Amnesty International Libyen-Koordinationsgruppe

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Libyen-Koordinationsgruppe

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29. März 2012: Die Rettung von Leben muss absolute Priorität haben!
Amnesty nimmt den Europarat-Bericht vom 29. 03. 2012 zum Tod von 63 Bootsflüchtlingen im Mittelmeer zum Anlass, ein effektiveres Rettungssystem zu fordern. Während darüber gestritten wird, wer die Verantwortung für die Tragödie trägt, sind weitere Flüchtlinge in Gefahr.
Die Untersuchung der parlamentarischen Versammlung des Europarats ergab, dass im Jahr 2011 mindestens 1500 Menschen im Mittelmeer ertrunken sind. Besonders tragisch endete die Flucht von 72 Menschen, die Tripolis am 26. März 2011 in einem kleinen Schlauchboot verließen und 15 Tage später zurück an die libysche Küste gespült wurden. Obwohl sowohl die NATO als auch die italienische und maltesische Rettungsleitstelle informiert waren, kam niemand den in Seenot geratenen Flüchtlingen zu Hilfe; nur 9 Menschen haben das Unglück überlebt.
Original-Bericht: Lives lost in the Mediterranean Sea: who is responsible? (pdf-Datei englisch)

Europa lässt einsperren
In den libyschen Gefangenenlagern, in die Migranten und Flüchtlinge nach ihrer Festnahme auf dem Mittelmeer abgeschoben werden, herrschen unmenschliche Zustände. Das zeigt die Reportage von Gabriele Del Grande, der sich in Libyen auf Spurensuche gemacht hat.
Im Amnesty-Journal Heft Februar/März 2010 ist diese Reportage mit eindrucksvollen Bildern abgedruckt.
Amnesty-Journal-Bericht

Dazu ein Buch, das im Januar 2010 erschienen ist:
Fabrizio Gatti, BILAL - Als Illegaler auf dem Weg nach Europa
Verlag Antje Kunstmann
Der Journalist Fabrizio Gatti beginnt mit seinen Recherchen am Hauptbahnhof seiner Heimatstadt Mailand, wo Tausende Immigranten illegal leben. Er will wissen, wie sie aus Afrika dorthin kommen und mischt sich verkleidet als “Bilal Ibrahim El Habib“ unter die Flüchtlinge in Dakar (Senegal). Über Mali, Niger, die Sahara, Libyen geht die Reise Richtung Europa, wo sie in Lampedusa (Italien) endet. Das Buch erzählt die unglaublichen Leiden und Erniedrigungen, denen er wie alle anderen Flüchtlingen ausgesetzt ist. Sein Fazit: Den Weg nach Europa zu schaffen scheint einem so, als hätte man einen Flugzeugabsturz überlebt.
Vorgestelt in TTT, HR-Rundfunk:
Buch Gatti

Libyen-Italien-Malta April 2009

7. Mai 2009: Amnesty International beklagt, dass das Leben und die Sicherheit von Flüchtlingen und Migranten zuerst wegen eines Disputs zwischen italienischen und maltesischen Behörden gefährdet wurden, dann durch die Entscheidung der italienischen Regierung, die von Seenot Geretteten nach Libyen zurückzubringen.
Amnesty betrachtet diesen bisher einmaligen Fall, Flüchtlinge ohne Überprüfung ihrer Schutzbedürftigkeit zurückzuschicken, als Verletzung der Konvention zum Schutz der Flüchtlinge und als gefährlichen Präzedenzfall für andere EU Länder. Amnesty fordert die Europäische Kommission auf, ein solches Verhalten zu verurteilen und darauf hinzuwirken, dass die Rechte von A-sylbewerbern, Flüchtlingen und Migranten zukünftig wirkungsvoll geschützt werden.
Siehe dazu den Amnesty-Bericht:
Bootsflüchtlinge - 7 May 2009

Presseerklärung PRO ASYL 11-Mai-2009 - Bootsflüchtlinge

Probleme der Migration in Libyen
Vortrag vom 30. Juni 2007 in der Akademie Frankenwarte, Würzburg

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